RASSISMUS

Menschenketten bilden "Band der Solidarität"

Mit Menschenketten haben Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Unteilbar-Demonstrationen in mehreren deutschen Städten ein "Band der Solidarität" gegen Rassismus und soziale Ungleichheit gebildet

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GERMAN PRESS GROUP

In Berlin und anderen Städten demonstrierten Tausende in Menschenketten mit Abstand für Solidarität. 130 Organisationen unterstützen das Bündnis. Mit Menschenketten haben Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Unteilbar-Demonstrationen in mehreren deutschen Städten ein "Band der Solidarität" gegen Rassismus und soziale Ungleichheit gebildet. Nach Polizeiangaben haben sich in Berlin 8.000 Menschen beteiligt, Vertreter der Veranstalter sprachen von mehr als 20.000. Unter Einhaltung der Hygieneregeln wollten sie eine neun Kilometer lange Kette vom Brandenburger Tor bis in den Stadtteil Neukölln bilden.

Auf Schildern und Transparenten der Demonstrierenden war unter anderem "Black Lives Matter" oder "Mehr Geld für Bildung" zu lesen. Mitglieder der Gruppe Omas gegen Rechts protestierten am Brandenburger Tor mit Mundschutz. Das von 130 Organisationen unterstützte Bündnis Unteilbar hatte angekündigt, unter dem Motto #SogehtSolidarisch "verantwortungsbewusst und mit Abstand" zu demonstrieren.

In Hamburg haben sich nach Polizeiangaben etwa 500 Menschen an der Kette vom Rathaus um die Binnenalster bis zum Hauptbahnhof beteiligt. Auch hier wurden die Mindestabstände eingehalten. In Erfurt ist die Veranstaltung wegen einer Unwetterwarnung abgesagt worden. Kundgebungen gab es laut dem Bündnis ebenfalls in Leipzig, Hamburg, Freiburg, Chemnitz, Detmold, Plauen, Münster, Geislingen und Passau.

"Jetzt werden die Weichen gestellt", sagte Anna Spangenberg vom Aktionsbündnis Unteilbar. "Wir sprechen mit, wenn darüber entschieden wird, wie die offene und solidarische Gesellschaft in Zukunft gestaltet wird." Laut Mitstreiter Georg Wissmeier verschärfte die Corona-Krise bestehende Ungleichheiten. "Das werden wir nicht zulassen – Menschenrechte, soziale Gerechtigkeit und Klimagerechtigkeit gehören unteilbar zusammen", sagte Wissmeier.

Laut Berliner Polizei handle es sich bei den Unteilbar-Demonstrationen um ein "tragfähiges Konzept". "Man sieht, dass die Menschen darauf achten, dass dem Infektionsschutz genüge getan wird", sagte Polizeisprecher Thilo Cablitz. Angesichts der Großdemonstrationen der vergangenen Wochen hatten Politikerinnen und Politiker die Einhaltung der Coronavirus-Maßnahmen angemahnt.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) warnte im Tagesspiegel: "Wir müssen uns weiter gegen Rassismus, Ausgrenzung und Diskriminierung starkmachen. Wir müssen am Wochenende und auch in den kommenden Wochen aber weiter rücksichtsvoll sein und aufeinander achtgeben." Man dürfe das Erreichte nicht verspielen.