Wirecard

Ex-Asienchef Christopher Bauer: Tod in Manila

Wirecard-Insider berichten, B. sei wichtiger Kontaktmann des flüchtigen Ex-Vorstands Jan Marsalek gewesen

.gpg
GERMAN PRESS GROUP

Der ehemalige Wirecard-Asienchef Christopher Bauer ist mit 45 Jahren in Manila gestorben. Lokale Behörden ermittelten wegen des Verdachts auf Geldwäsche gegen ihn.

Im Krimi um Wirecard gibt es einen Todesfall. Christopher B., ehemaliger Asienchef des Münchener Zahlungsdienstleisters, ist in Manila gestorben. Die Todesursache des 45-jährigen Managers ist nicht bekannt.

Wirecard-Insider berichten, Bauer sei wichtiger Kontaktmann des flüchtigen Ex-Vorstands Jan Marsalek gewesen. Gerüchteweise ist von Hunderten Kilo Bargeld die Rede, die Marsalek auf die Philippinen verschafft haben soll.

Der Vater von Bauer sagte, sein Sohn sei nicht krank gewesen. Er sei aber wegen eines Schwächeanfalls ins Krankenhaus gekommen.

„Wir haben auch nicht viele Informationen“, erklärte der Vater. Die Familie sei schockiert und störe sich an den Gerüchten um die angeblichen Verbrechen und mögliche Gründe für den frühen Tod seines Sohnes. „Ich glaube, es war eine natürliche Sache.“

Bauer war schon seit einigen Jahren nicht mehr innerhalb des Wirecard-Konzerns aktiv, galt aber als wichtiger Geschäftspartner des Skandalkonzerns. Er und seine Frau führten zwei philippinische Zahlungsabwickler, über die Wirecard einen Großteil seiner angeblichen Asienumsätze erwirtschaftete.

Das Asiengeschäft stand für einen erheblichen Teil der vermeintlichen Umsätze und Gewinne von Wirecard. Dann stellte sich heraus, dass es sie gar nicht gab. Auf den Philippinen ermittelten sowohl die Bundespolizei als auch eine Anti-Geldwäsche-Einheit gegen Bauer.

Vor seiner Selbständigkeit war Bauer als Geschäftsführer der Wirecard-Niederlassung auf den Philippinen aktiv, der ersten Dependance, die der Konzern 2007 in Asien eröffnete. Über die Jahre soll Bauer eine enge Beziehung zu Marsalek entwickelt haben. In den ersten Tagen von Marsaleks Flucht nach dem Zusammenbruch von Wirecard hieß es, Marsalek habe sich auf die Philippinen abgesetzt. Dies stellte sich später als Täuschung heraus.

Bauer führte neben zwei Zahlungsdienstleistern auch ein Busunternehmen in Manila. Auch dies wirkt inzwischen bei Ermittlern wie eine dünne Fassade – von der Webseite des Unternehmens reichen wenige Klicks, um zu Anbietern von Onlinewetten zu gelangen.

In dieser Branche liegen die Wurzeln von Wirecard – das Unternehmen hatte aber immer betont, sich davon gelöst zu haben. Trotzdem berichten Stimmen aus dem Unternehmen von hohen Umsätzen mit solchen Geschäften, die eine weit höhere Rendite abwerfen als die Abwicklung von legalen Zahlungen.

Christopher Bauer reported dead in Philippines

A German businessman responsible for one of Wirecard’s biggest sources of stated profits has been reported dead a month after Philippine authorities announced he was under investigation over the payments company’s collapse.

The death of Christopher Bauer, 44, was reported to a civil registry in Manila last week. In June, Philippine authorities said they were investigating him and his wife, Belinda Bauer, in a probe involving Wirecard’s partner businesses.

The Bauers were the owners of PayEasy Solutions, a Manila-based payments processor that was a key business partner for Wirecard, accounting for €291.4m of the German payment group’s reported revenue of €2bn in 2018 and more than a fifth of its operating profit.

Wirecard collapsed in June after saying €1.9bn purportedly held in escrow accounts in the Philippines did not exist. It also disclosed that its outsourced operations in Asia, which included PayEasy, had been misrepresented to investors and that it was examining “whether, in which manner and to what extent such business has actually been conducted for the benefit of the company”.

Menardo Guevarra, the Philippine secretary of justice, told the media he had “to determine first if the deceased person is the same person subject of the ongoing investigation”. He would decide whether further investigation into Mr Bauer’s reported death was necessary after obtaining a copy of the death certificate.

The Bauers owned PayEasy as of 2017, according to public filings, and have represented Centurion Online Payment International, a second partner business, in interactions with Wirecard.

Mr Bauer in 2015 “reportedly received an inward remittance from Wirecard Asia for consultancy services rendered”, said Mr Guevarra without disclosing an amount.

A document shows that Wirecard by the end of last year had also granted €260m in loans to PayEasy.

Mr Bauer, who told auditors from KPMG that he was a Wirecard employee before joining PayEasy some 12 years ago, also owned Froehlich Tours, a bus and coach rental business that shares an office with PayEasy in Manila.

At a meeting in Manila in March, Mr Bauer and Wirecard’s fugitive former chief operating officer Jan Marsalek briefed KPMG and EY on PayEasy’s business, telling the auditors that the company specialised in processing payments for “high-risk clients” in online gaming, gambling and porn, according to a special audit by KPMG.

The Philippine authorities are now investigating how immigration records were fabricated to show Mr Marsalek arriving in the country in June and leaving the next day for China. CCTV footage showed no such arrival.

On July 27, Mrs Bauer posted an image of a black ribbon on Facebook, while her daughter posted a photo of an urn bearing her father’s name two days later.

Mr Bauer’s family on August 1 published a death notice in a regional newspaper in Germany, where his parents are living.

Munich prosecutors, who are leading the criminal probe into Wirecard in Germany, said that they had not received any official notice about Mr Bauer’s death. They declined to comment if an arrest warrant against him had been issued.

Mr Bauer’s cause of death remains unclear. The civil registry declined to comment, citing the data privacy act. A guard at the Bauers’ gated community said he had died of a heart attack.

mehr erfahren

Ermittler prüfen Millionenkredit zwischen Vorständen

Im Bilanzskandal um den Zahlungsdienstleister Wirecard nimmt die Staatsanwaltschaft München ein millionenschweres Darlehen zwischen den früheren Vorständen Markus Braun und Jan Marsalek unter die Lupe.

Justiz sichert Vermögen ehemaliger Wirecard-Chefs

Die Staatsanwaltschaft erwirkt Arrestbeschlüsse gegen vier Ex-Manager und drei Firmen. Damit friert sie einen dreistelligen Millionenbetrag ein.

Betrugsskandal kostet über 700 Mitarbeiter den Job

Der Betrugsskandal bei Wirecard hat jetzt auch für zahlreiche Mitarbeiter des Zahlungsdienstleisters Konsequenzen. Rund 730 von insgesamt 1.300 Beschäftigte wird gekündigt, teilte Insolvenzverwalter Michael Jaffé am Dienstag mit. Auch alle Vorstände werden entlassen.

Ermittler erhöhen Druck auf verbliebene Vorstände

Die Staatsanwaltschaft prüft den Vorwurf der Untreue gegen Alexander von Knoop und Susanne Steidl. Sie äußern sich dazu nicht – und kommen weiter ins Büro. Mitarbeiter schildern gespenstische Szenen.