Alexander Falk

Anklage fordert sechs Jahre Haft

Alexander Falk beteuert seine Unschuld

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Der einstige Stadtplan-Unternehmer soll ein Attentat auf einen Juristen beauftragt haben, der eine Millionenklage gegen ihn vorbereitete. Falk beteuert seine Unschuld.

Im Prozess um einen Anschlag auf einen Frankfurter Anwalt hat die Staatsanwaltschaft sechs Jahre Haft für den Hamburger Unternehmer Alexander Falk gefordert.

Der 50-Jährige habe sich der Anstiftung zur gefährlichen Körperverletzung schuldig gemacht, sagte Staatsanwältin Nicole Metcalf vor dem Landgericht Frankfurt.

In dem Prozess geht es um einen Schuss durch bislang unbekannte Täter auf den Juristen im Februar 2010, durch den dieser schwer am Oberschenkel verletzt worden war. Angeklagt war Falk auch wegen versuchter Anstiftung zum Mord.

Metcalf äußerte sich zum Ende des Verfahrens überzeugt, dass bei Falk kriminelle Energie und Rechtsfeindlichkeit vorliegen. Er habe den Angriff in Auftrag gegeben. Das sei als Angriff auf den Rechtsstaat zu werten. Der Schuss hätte auch lebensgefährlich sein können, sagte sie.

Falk sitzt seit 22 Monaten in Untersuchungshaft.

Sein Tatmotiv sieht die Anklage in einem anderen Gerichtsverfahren: Vor dem Hamburger Landgericht ging es um die Manipulation von Umsätzen für den Verkauf von Falks Firma Ision an ein britisches Telekommunikationsunternehmen im Jahr 2000. Der angeschossene Anwalt bereitete damals eine Millionenklage gegen Falk vor.

Falk hatte damals nach dem Verkauf des bekannten Stadtplan-Verlags Falk in Internetunternehmen investiert. Zeitweise war er einer der hundert reichsten Deutschen. Wegen versuchten Betrugs wurde er 2008 zu einer Haftstrafe verurteilt.

Vor dem Hamburger Landgericht hatte Falk zuvor erneut seine Unschuld beteuert. Er räumte in dem Prozess lediglich ein, einen Datendiebstahl bei dem Juristen in Auftrag gegeben zu haben – er habe mit den Daten seine Unschuld beweisen wollen. Das Plädoyer der Verteidigung sollte noch am Nachmittag folgen.

Der Auftrag zu dem Schusswaffenattentat sei an ein Bruderpaar aus der Türkei gegangen, sagte Metcalf. Das Gericht konnte die Männer eigenen Angaben zufolge nicht zur Vernehmung nach Deutschland holen, weil man nicht wisse, wo sie zu finden sind.

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